Zustandsanalyse

Jede Liegenschaft wird mit unterschiedlichen Materialien, Konstruktionsdetails und Gebäudeformen gebaut. Eine längerfristige Planung der Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten muss daher spezifisch auf jedes Gebäude und dessen Konstruktionen angepasst werden.
Eine Zustandsanalyse erfasst diese objektspezifischen Details und bildet die Grundlage für eine nachhaltige Sanierungsplanung.


Erfassen der baulichen Situation

Konstruktion und Materialien haben grossen Einfluss auf die Erneuerungsarbeiten eines Bauteils und die damit verbundenen Kosten. So benötigt eine vorgehängte Fassade weniger Unterhalt als eine verputzte Aussenwärmedämmung. Ein Steildach hat eine längere Lebensdauer als ein Flachdach. Die langfristigen Erneuerungsmassnahmen sind deshalb bei jedem Gebäude unterschiedlich und können deshalb nicht mit einem prozentualen Richtwert berechnet werden.

Kennzahlen des Gebäudes erfassen

Bei unserer Zustandsanalyse werden die Kennzahlen des Gebäudes erfasst, Pläne gesichtet, geprüft, welche Bauteile zu welchem Zeitpunkt bereits erneuert wurden. Anschliessend wird der aktuelle Zustand des Gebäudes durch einen Baufachmann analysiert. Dabei werden die zugänglichen und sichtbaren Teile der Liegenschaft nur optisch geprüft und die Feststellungen in der Zustandsanalyse festgehalten.

Dieser Bericht bildet die Ausgangslage für die langfristige Planung der erforderlichen baulichen Massnahmen mit den zu erwartenden Kosten.

Falls notwendig empfiehlt der Baufachmann in Absprache mit den Eigentümern Spezialisten für Sondierungsöffnungen an Dächern und Fassaden, oder für statische Überprüfungen von Bauteilen sowie Abklärungen bezüglich Schadstoffen in den Baumaterialien.

Sind weitergehende Leistungen von den Auftraggebern gewünscht, wie z. B. die energetische Einstufung sowie mögliche Verbesserungen oder Erweiterungen der Liegenschaft, kann dies im Massnahmenplan eingeschlossen werden.

Grundlagen für Zustandsanalyse:

  • Stockwerkeigen – Reglement für die Abgrenzung von Miteigentum und Sonderrecht.
  • Architekturpläne – erfassen von Gebäudeflächen und Konstruktionen.
  • Bauingenieurpläne – für die statische Überprüfungen von Bauteilen.
  • Installationspläne – Leitungsführungen von Elektro-, Lüftung-, Heizung- und Sanitärleitungen.
  • Elektroinstallation – wann erfolgte die letzte Sicherheitskontrolle? Wurden Auflagen gemacht?
  • Kanalisation – wann erfolgt die letzte Reinigung? Liegen Spülprotokolle vor?
  • Werkleitungen zu den Gebäuden – Zustand von Elektro-, Wasser-, Kanalisations-, Medien- und falls vorhanden Fernleitungen?
  • Behördliche Auflagen für – Brand- oder Lärmschutz, Sanierung Kanalisationsleitungen, Denkmalpflege?
  • Erfolgte Sanierungsmassnahmen – der letzten 10 bis 15 Jahre?
  • Altlasten – Informationen zu bekannten belasteten Materialien.
  • Grundbuchauszug – betreffend Servituten und Dienstbarkeiten

Bestandesaufnahme für Zustandsanalyse:

  • Immobilienrundgang – mit Eigentümern, Bewirtschaftung oder Verwaltung
  • Baulicher Zustand – optisch erfassen (keine Sondagen oder Materialprüfung)

Prioritätenskala

Wir geben Ihnen Hilfestellung bei der Priorisierung der anfallenden Arbeiten. Unser Ampelsystem zeigt auf, wann welche Arbeiten erfolgen sollten, um den Werterhalt des Gebäudes zu gewährleisten oder zu verbessern.

Prioritätenskala

Zeitachse

  • A

    11 – 15 Jahre

    A

  • B

    6 – 10 Jahre

    B

  • C

    1 – 5 Jahre

    C

  • D

    0 Jahre

    D

Die Priorisierung der Massnahmen ermöglicht die dringlichen Massnahmen aufeinander abzustimmen.